Die Architektenkammer Bozen stellt neue Informationsbroschüre für Planungswettbewerbe vor. Planungswettbewerbe sichern eine baukulturelle Vielfalt in unserem Land und garantieren, dass die Qualität des Projektes im Vordergrund steht. Die Südtiroler Architektenkammer bietet deshalb kostenlose Beratungsleistungen für Bauherrn an und empfiehlt bereits im Vorfeld klare Spielregeln aufzustellen.
Bozen, am 19. Juli 2011: Im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Handelskammer Bozen stellt die Kammer der Architekten die neue Informationsbroschüre „Planungswettbewerb“ vor. Der Leitfaden beschreibt das Thema und zeigt anhand von Beispielen Resultate auf. „Bei Planungswettbewerben erfolgt die Auswahl des Projektanten aufgrund eines Vorentwurfs zur gestellten Bauaufgabe. Hierbei steht die Qualität eines Projektes zur Auswahl und nicht so sehr der Projektant. Die Beauftragung des Projektanten erfolgt dann aufgrund des Projektvorschlages“, beschreibt Architekt Josef Putzer, Vorstandsmitglied der Kammer der Architekten die Thematik.
Die Südtiroler Planungsexperten sind sich einig, dass Planungswettbewerbe große Vorteile für die Bauherrschaft bieten. Es entsteht eine Konkurrenz der besten Ideen zwischen kreativen Köpfen und nicht ein Kampf um den kleinsten Preis. Voraussetzung für das Gelingen eines Planungswettbewerbes ist eine fachkundige Koordination. Beim Planungswettbewerb wird von den Teilnehmern ein Vorprojekt verlangt. Damit die Teilnehmer ein Projekt erstellen können, muss die Ausschreibung alle notwendigen Informationen wie die Bedingungen für die Teilnahme, die klar formulierte Bauaufgabe und alle für die Planung notwendigen Parameter und Unterlagen enthalten. „Ein qualifizierter Wettbewerbskoordinator achtet darauf, dass Rahmenbedingungen für die Planung optimal gestellt, Unsicherheiten im Vorfeld geklärt und alle Teilnehmer gleich behandelt werden“, erklärt Elisabeth Schatzer, Mitglied der Wettbewerbsgruppe in der Architektenkammer.
Die Kosten für die Durchführung eines Planungswettbewerbs sind vergleichsweise gering. Sie betragen je nach Größe des Bauvorhabens zwischen 0,5 – 2% der Gesamtbaukosten. Diese Kosten werden durch die Vorteile, aus einer Anzahl von Lösungsvorschlägen nach architektonischen, funktionellen und auch wirtschaftlichen Kriterien den besten auswählen zu können, leicht wettgemacht. „Eine Wettbewerbssituation spornt uns Planer an, das Beste zu geben und dies bereits bei der Erstellung der Entwürfe“, wissen die Architekten Susanne Waiz und Umberto Bonagura. Zur Durchführung eines Planungswettbewerbes braucht es aber faire Spielregeln. Da alle Teilnehmer viel Zeit in diesen investieren und dann nur ein Planer beauftragt und für seine Leistungen bezahlt wird, ist die Architektenkammer darum bemüht, dass der Wert dieser Vergabeform erkannt wird und Planungswettbewerbe nicht zu Selbstbedienungsläden degradiert werden.
Neben der Landesverwaltung führen vor allem größere Gemeinden Planungswettbewerbe durch. Doch auch Private erkennen zunehmend den Wert solcher Vergabeverfahren. „Aktuell werden 72 Prozent der Wettbewerbe von der öffentlichen Hand und 28 Prozent von Privaten durchgeführt. 73 Prozent der Sieger von Planungswettbewerben sind Südtiroler Planer,“ stellt Architektin Stefania Saracino fest. Von positiven Erfahrungen trotz anfänglicher Unsicherheit berichtet der Obmann der Kellerei Kaltern Armin Dissertori. Wenn er anfänglich skeptisch war, kann er heute Planungswettbewerbe nur weiterempfehlen. “Wir haben das beste Ergebnis erzielt, alle Mitglieder sind zufrieden und auch in der Umsetzung wurden unsere Erwartungen übertroffen“ so Dissertori.
Die Vergabe von Planungsleistungen über Wettbewerbe hat sich in der Vergangenheit in Südtirol bewährt unterstreicht die Präsidentin der Kammer der Architekten Dorothea Aichner: „Planungswettbewerbe – ob durch die öffentliche Hand oder durch Private – sollen auch in Zukunft eine baukulturelle Vielfalt in unserem Land sichern“. In diesem Sinne erweitert die Architektenkammer auch ihre kostenlosen Dienstleistungen für Bauherrn und bietet Beratung und Betreuung zur Durchführung von Planungswettbewerben an. Informationen kann man über die Internetseite der Kammer (www.arch.bz.it) abrufen.
Anlagen:
Im Bild: v.l. Armin Dissertori, Susanne Waiz, Umberto Bonagura, Elisabeth Schatzer, Josef Putzer und Stefania Saracino.
Veröffentlicht am 19. Juli 2011
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